Der Hopfen wächst an langen Stangen........

Hopfen Hopfenspargel

 

......der Hofhund macht dem Wandrer bangen. (aus dem tierischen Alphabet von Wilhelm Busch)

Oder war es gar umgekehrt? Vielleicht machte ja auch der Wanderer dem Hofhund bangen, und dann fing er an zu bellen.......

und um das "bange machen" dreht sich der Blog diesmal :-)

 

Gestern im Wartezimmer der Tierarztpraxis – ein Schäferrüde, der am ganzen Leib gezittert hat vor lauter Angst – Frauchen meinte zur Erklärung „Ja, er ist wirklich so ängstlich, schon wenn wir draußen vorfahren, aber auch bei lauten Geräuschen und Silvester......!“

 

Alle anderen anderen anwesenden Hunde hatten Durchfall.

 

Als ich dann nach Hause kam freute ich mich über meinen derzeit in voller Blüte stehenden Hopfen und da war sie schon die Idee für den September-Blog.

 

Genau für die armen Waudsis in der Klinik wäre er nämlich genau das Richtige gewesen.

 

Hopfen wirkt  bei Durchfall und Verstopfung, bei nervösen Magenbeschwerden, Magen- und Darmkrämpfen und auch Blasenentzündung leicht sedierenden/beruhigenden und dadurch schmerzstillend und entkrampfend. Seine weitere positive Wirkung entfaltet er bei allen nervösen Beschwerden (Herzklopfen, Schlafstörungen, Unruhe, Angstzustände, sowie bei Rüden, wenn ein läufiges Weibchen im Umfeld ist). Für alle Hundemamas: durch den Anteil an Phytoöstrogenen (sekundäre Pflanzenstoffe die ähnlich der weiblichen Östrogene sind) fördert er die Muttermilchbildung. Hopfen besitzt eine antioxitative (gegen schädliche freie Radikale) und antikanzerogene (krebshemmende) Wirkung.

 

In den Weiten des WWW findet man immer wieder den Hinweis, dass Hopfen für Hunde giftig sei. Dies kann ich aus meiner Erfahrung nicht bestätigen. In großen Mengen kann er so wie alle Heilpflanzen ins Gegenteil umschlagen und giftig werden. Aber selbst ungiftige Lebensmittel können in Übermengen zum Erbrechen und sonstigen Nebenwirkungen führen. Lasst euren Hund ein Kilo Käse fressen – es wird ihm nicht gut gehen.

 

Schon Paracelsus sagte: „Alle Ding' sind Gift und nichts ohn' Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist“. Lasst mir dazu ein Beispiel nennen. Huflattich wurde wegen seines Gehaltes an Pyrrolizidin-Alkaloiden als giftig vom Verkauf ausgeschlossen. Über einen sehr langen Zeitraum in hoher Menge genossen – oder einmalig bei ca 300 l Tee – können Leberschädigungen auftreten. Nun, aber mal ehrlich, wenn ich 300 l Tee trinke, dann werd' ich wohl am Wasser sterben, bevor der Huflattich meine Leber schädigt ;-).

 

Hopfen wird als Tee oder als Tinktur in Maßen und bei Notwendigkeit eingesetzt. Vor dem Tierarztbesuch, an Silvester 5-10 Tropfen der Hopfentinktur oder ein Tee aus einem Teelöffel getrocknetem Hopfen mit einem ¼ l Wasser überbrühen und 5 min ziehen lassen, kann dem Hund helfen ruhiger mit der Situation umzugehen. Wenn ihr euch bei der Dosierung nicht sicher seid besorgt euch in der Apotheke oder im Fachhandel Fertigpräparate. Diese sind für Hunde hergestellt und eine Dosierung nach Größe und Gewicht ist angegeben.

 

Und am Schluss noch ein Geheimtipp für die Herrlis und Fraulis:

 

Junger Hopfenspargel ist eine ABSOLUTE Delikatesse. Es handelt sich dabei um die Triebspitzen des Spargels (siehe Foto). Diese werden im Frühling und Frühsommer geerntet. Man fährt den Stängel entlang und biegt diesen, dort wo er bricht sind die Triebe noch zart genug um sie zu essen. Hopfenspargel wird ganz kurz in Dampf gegart oder im kochenden Wasser 2 min. blanchiert. Sie haben einen ähnlichen Geschmack wie grüner Spargel und wenn davon ein oder zwei für euren Hund abfallen wird er sich freuen!

 

Rezept:

 

Pro Person eine Hand voll Hopfenspargel. Reichlich Butter in einer Pfanne schmelzen (nicht zu heiß), die Hopfenspitzen darin kurz andünsten und mit Salz und Muskatnuss würzen. Nudeln in wenig Wasser kochen (damit die Stärke das Kochwasser etwas bindet). Die heißen Nudeln mit etwas Kochwasser zu den Spargelspitzen geben. (Durch den Butter und der Stärke in Nudelwasser ergibt sich eine sämige Sauce). Das ganze mit Parmesan bestreuen und dazu Wildkräuter Salat.

 

 

 

Steckbrief: Wilder Hopfen – Humulus Lupulus

 

Inhaltsstoffe: Bitterstoffe (Derivate, Lupuloneund Humulone), ätherische Öle, Gerbsäure, Harze, Campesterol, Stigmasterol, Beta-Sitosterol,Eugenol

 

Vorkommen: Der Hopfen kommt hauptsächlich auf nährstoffreichen, feuchten Böden vor, wächst somit bevorzugt in Auwäldern. Er wächst auch an Waldrändern und auf trockeneren Böden. In ganz Mitteleuropa heimisch.

 

Verwendung: Triebspitzen als Wildgemüse und getrocknete Blüten der weiblichen Pflanze (Hopfenzapfen) als Tee oder Tinktur und natürlich als unverzichtbarer Rohstoff für Bier ;-). 

 

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