Märzblume - das verbotene Kraut

Huflattich (Tussilago farfara)



Endlich sind sie da - die ersten Farbtupfer im Frühling. Und eine der ersten Blüten, die sich um die Jahreszeit zeigt ist der Huflattich.

 

In letzter Zeit begegnen mir bei meiner Tätigkeit sehr oft Hunde mit Hautproblemen. Juckreiz, ständiges Schuppen, Haarausfall, Entzündungen und Ausschläge. Und schon war sie geboren, die Idee zum März-Blog.

 

Hauptsächlich ist Huflattich zwar als "Hustenkraut" bekannt, auf seine äußerliche Wirkung wird jedoch selten eingegangen. Zumal Huflattich ob seines Pyrrolizidinalkaloidgehaltes innerlich angewandt als stark krebserregend und leberschädigend gilt und deshalb auch die Droge (getrocknetes Kraut) aus dem Verkehr gezogen wurde und das Heilkraut immer mehr in Vergessenheit gerät.

 

Ich rate grundsätzlich von der innerlichen Anwendung bei Hunden ab!

 

Eine äußerliche Anwendung ist jedoch unbedenklich und hilft besonders bei oben genannten Problemen. Durch seine entzündungshemmende Wirkung und den beinhalteten Schleimstoffen, welche sehr beruhigend wirken, hilft er Juckreiz zu lindern. Die Haut schuppt nicht mehr und Ausschläge bilden sich zurück.

 

Der Huflattich wächst in Etappen. Jetzt findet man die Blüten, diese werden dann zu "Pusteblumen" und erst wenn diese ausgeflockt haben, kommen die Blätter. Huflattich gibt sich mit sehr kargen Böden zufrieden und darum findet man ihn oft am Wegesrand und auf Schutthalden.

 

Für die Herstellung der Anwendungsmittel (Tee, Tinktur, Salbe s.u.) verwende ich ausschließlich die im Frühling gesammelten Blüten, diese sollten an einem sonnigen Tag, vollkommen geöffnet geerntet und anschließend getrocknet werden.

 

Die Blätter enthalten nämlich, je nach Standort und Trockenheit einen sehr unterschiedlichen und meist höheren Anteil des Pyrrolizidinalkaloids.

 

Weitere äußerliche Verwendungen sind Insektenstiche, Abszesse, Furunkel und Verbrennungen.

 

In der TCM wird der Huflattich im Bereich der Lunge und des Dickdarm eingesetzt. Er stärkt das Lungensystem und beruhigt den Geist. Die Haut wird in der TCM der Lunge zugeordnet und somit stärkt alles was die Lunge stärkt auch die Haut.

 

Für die äußerliche Anwendung eignet sich eine Tinktur, ein Sud oder auch eine Salbe. Hiermit können die betroffenen Stellen unmittelbar behandelt werden, etwa durch auflegen eines getränkten Wattebausches oder eines Umschlags.

 

Huflattichsalbe: ein Schraubglas zu 3/4 mit frischen Blüten füllen, Olivenöl auf 70 ° C erwärmen und über die Blüten gießen. Gut zuschrauben und ca. 5 Wochen an einem dunklen Ort stehen lassen. Öl abseihen (am besten durch einen Kaffeefilter, damit die feinen Härchen entfernt werden). In 100 ml. Öl 10 g ungebleichtes Bienenwachs schmelzen und in kleine Tiegel füllen. Hält im Kühlschrank mindestens 2 Jahre.

 

Steckbrief:

 

Huflattich (Tussilago farfara) ist das einzige Huflattichgewächs in der Familie der Korbblüter. Wie oben beschrieben, wächst er in Etappen auf kargen Böden.

Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, ätherische Öle, Hyperin, Inulin, Mineralstoffe, Salpeter, Saponine, Tannine, Taraxasterol, Zink u.v.m.

Wirkung: entzündungshemmend, antibakteriell, Juckreiz lindernd, antioxidativ,

 



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