Für meinen Mr. Vertigo



 

Wie ihr wohl gemerkt habt, ist am 15. Juli der monatliche Blog ausgefallen.

 

Nun – dieser Tag – der 15. Juli 2018 wird für mich immer als einer der Schlimmsten in Erinnerung bleiben. Ich musste meinen Mr. Vertigo über die Regenbogenbrücke schicken. Ich möchte ihm mit diesem Blog die letzte Ehre erweisen.



An meinen lieben Mr. Vertigo,

 

meinen Missus Mausezahn. Mein erster Hund in meinem Leben, mein Ein und Alles. Vor 11 ½ Jahren – genau an einem Ostersonntag hast du beschlossen das Licht der Welt zu erblicken. Nach 2 Wochen, als ich dich das erste Mal besuchen durfte, habe ich dich gleich erkannt, dich als meinen zukünftigen Begleiter. Die Züchterin meinte damals – so früh wurde noch nie einer ausgesucht – aber ich hab’s einfach gewusst. Als du dann endlich bei uns eingezogen bist – war die Freude erst mal riesen groß. Dann kamen teilweise Phasen, wo ich dachte – jetzt geb ich dich zurück. Du hast mich gefordert,  mit deiner unglaublich selbständigen Art, mit deiner Neugierde auf alles was sich bewegt, alle Hund, alle Menschen – jo mei – da kann man dann schon manchmal auf das Frauli vergessen ;-). Wie oft hast du mich auf der Freilauffläche stehen lassen, wie einen begossenen Pudel im Regen.

 

Dann entdecktest du das lustigste auf der Welt – ach wie schön ist es doch, mit lautem Gebell im Wald hinter den Rehen her zu hetzen. Natürlich geht das auch ganz wunderbar mit Gämsen und Murmeltieren – von den Lemmingen rede ich erst garnicht! Und schon alleine der Duft einer solchen Spur – da macht’s dann gar nichts, wenn man mit vollem Gewicht in die Leine läuft und Fraulis Schulter ausrenkt – wenn‘s halt soooooo lustig ist!!

 

Sehr bald dann, lerntest du das Meer kennen. Schmeckte nicht so lecker, aber höchst interessant, was da alles drinnen kreucht und fleucht – und schwimmen lässt es sich da auch viel leichter, da muss man nicht ganz so viel paddeln.

 

Womo ist überhaupt das Beste auf der Welt – natürlich gleich nach den Rehen – denn wenn das Ding geholt wird, dann geht’s irgendwohin, wo Frauli und Herrli den ganzen Tag Zeit haben, wo man mit ihnen immer draußen sein kann, und das meist ohne Leine, wo man kuscheln kann und dann auch noch Ball gespielt wird. Überall hin hast du uns begleitet, egal ob in den hohen Norden oder nach Afrika. Ob ans Meer oder nach Asien – alles egal, Hauptsache dabei. Und keine einzige Minute möchte ich davon missen, deine immer klar zu erkennende Freude oder Ablehnung eines Übernachtungsplatzes – damals in Griechenland, an der türkischen Grenze, als du plötzlich verschwunden warst – dachte ich – dabei bist du einfach wieder ins Auto eingestiegen, weil du da weg wolltest. Wie kann uns auch einfallen an einem Ort zu übernachten wo es a.) heiß ist b.) stacheliges Gras wächst und c.) auch noch Schildkröten wohnen. Ja diese Tiere und die Kamele in der Sahara – das waren nicht wirklich deine Freunde J.



 

Und wenn es dir wo besonders gefallen hat – an einem schönen Sandstrand, im Schnee oder auf einer Almwiese, dann dein strahlendes Lächeln und deine Freude zu sehen – wie du auf und ab galoppiert  bist  - einfach so, weil das Leben so schön ist – dann konnte ich nicht anders, als mich mit dir mit zu freuen.

 

Alles haben wir gemeinsam überstanden – den Biss der Kreuzotter in Bulgarien, deine kaputten Kreuzbänder in Schweden, deine Vestibularsyndrom. Du warst einfach der tapferste aller Hunde!! Auch wenn es darum ging, auf uns und unser Womo aufzupassen. In der Türkei – also du einen riesen Bullen verbellt und verjagt hast und mit welch stolz geschwellter Brust du dann zurückgekommen bist.

 

All die vielen Wanderungen, egal ob im Winter mit den Schneeschuhen, wenn du bis zu den Ohren versunken bist oder im Sommer mit anschließendem Bad im See oder Fluss. Keine einzige davon werde ich vergessen. Besonders dann am Rückweg – immer ein Steckerl mittragend und wenn es zu schwer wurde, dann hast du es für schlechtere Zeiten vergraben. Aber wehe, wenn Herrli und Frauli das beobachteten, dann musstest du es ja unbedingt wieder ausgraben. Weißt du, in den Sitationen haben wir – dir den Rücken zukehrend – gelernt, ausführlichst den Himmel zu betrachten ;-).

 

So viele Jahre – so viele Geschichten. Du warst mein unersetzlicher Begleiter, durch alle möglichen und unmöglichen Sitationen. Die ersten Jahre als Gerichtshund – jedem hast du das Herz gestohlen!

 

Ich muss mich auch ganz, ganz fest bei dir bedanken. Ohne dich, gäbe es Apricea nicht. Keine Kräuterwanderungen für Hunde, keine Seminare, keine Pfoten-Schmier und auch keine Wüdn Hund‘. All das – das zu finden, was mich wirklich begeistert, habe ich alleine dir zu verdanken.

 

Jetzt wo du dann schon älter und gemütlicher wurdest, war es einfach so schön, so vertraut mit dir zu sein – wir mussten uns einfach nur mehr ansehen und jeder wusste was der andere denkt, fühlt oder will. Und wie du deine Gummibälle bis ganz zum Schluss geliebt hast – tägliches Ritual um 17.00 – jetzt ist Ball-Zeit.

 

Ach mein Schatz – ich vermisse dich so sehr und ich werde dich immer vermissen.

 

Da wo du jetzt bist, da liegt neben einem wunderschönen Sandstrand ein riesiges Schneefeld und oben auf den Hügeln hast du Almwiesen – bunt blühend. Dort – dort wohnen auch mindestens 100 Rehe und 100 Gämsen. Und ………. hinten an der Leine hängt kein Frauli dran, die meckert und sagt „Nein – keine Rehe“…………einfach so kannst du wieder laufen und spielen, so wie früher. Und wenn’s bei mir dann soweit ist, dann weiß ich einfach, du wirst auf mich warten – ich komm dann mit den Gummibällen – versprochen!!!

 

Immer werde ich dich in meinem Herzen tragen und lieben!!!!

 




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